16.06.2021 – Stationsausbildung im Abbruchhaus

Noch immer steht uns das Abbruchhaus in Stelle zur Verfügung. Aber im Gegensatz zur letzten Woche, in der wir dort eine spontane Einsatzübung gefahren sind, haben wir uns am vergangenen Mittwoch der Stationsausbildung gewidmet. Dabei haben wir uns Ausrüstungsgegenstände vorgenommen, die auch zu unserem täglichen 1×1 gehören müssen, die aber manchmal etwas zu kurz kommen.

An der ersten Station leitete Sven uns im Gebrauch des „Fognails“ an. Das Fognail ist ein Nebellöschsystem, mit dem über eine metallische Löschlanze Wasser durch Türen, dünnere Wände oder Verkleidungen vernebelt in Brandräume eingebracht werden kann. Da wir Feuerwehrleute bei dieser Form der Brandbekämpfung den Brandraum nicht betreten müssen, setzen wir uns keinen Gefahren aus. Außerdem führen wir dem Feuer keinen zusätzlichen Sauerstoff durch die Schaffung großer Zugangsöffnungen zu. Sven konnte uns deutlich machen, wie schnell das System aufgebaut ist und welche erstaunliche Löschleistung bei geringem Wasserschaden erzielt werden kann. Natürlich durften sich alle Einsatzkräfte einmal mit dem Hammer daran versuchen, eine Öffnung im Garagentor zu schaffen.

Im Haus wartete die nächste Station auf uns. Maurice erläuterte vor der praktischen Übung die Einsatzmöglichkeiten von Feuerwehraxt und Halligan-Tool zur notfallmäßigen Öffnung von Türen durch den vorgehenden Angriffstrupp. Leider leisteten die alten Wohnungstüren bei der praktischen Umsetzung viel zu wenig Widerstand für unsere Brandbekämpfer. Trotzdem konnten wir alle unsere praktischen und theoretischen Kenntnisse zur Türöffnung erfolgreich aufpolieren.

Die letzte Station hatte Peter im Obergeschoss des Gebäudes eingerichtet. Dort unterwies er uns im sicheren Retten von Personen über unsere Steckleiter. Falls das Objekt zu stark verraucht oder der Weg über die Treppe aus anderen Gründen versperrt ist, muss der Angriffstrupp sich selbst und zu rettende Personen über die Steckleiter in Sicherheit bringen. Wie bei vielen anderen Objekten auch, ist der Einsatz der Altwarmbüchener Drehleiter am Abbruchhaus aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht möglich. Also nach guter alter Sitte über die Steckleiter. Doch muss die Person vorher ausreichend gesichert werden. Peter brachte uns die notwendige Festpunktschaffung, den Rettungsbund mit Palstek und auch den Sicherungsknoten, den Spierenstich, wieder in Erinnerung

Im Fazit dieses Mal deutlich weniger Action als in der Vorwoche. Dafür aber solide Ausbildung. Damit es sitzt, wenn wir es brauchen!