Feuerwehr Kirchhorst

29.09.2019 – Digitalfunk kommt…

Handfunkgerät digital

Das erste Mal habe ich vom Digitalfunk vor mehr als 20 Jahren gehört. Damals wurde angekündigt, „zur Expo 2000 funkt die Feuerwehr in und um Hannover digital“… Na gut, ein wenig länger hat es dann doch gedauert (Chronik hier).

In den nächsten Monaten werden auch die Feuerwehren in der Region Hannover vom Analogfunk auf Digitalfunk (Tetra) umgestellt. Warum das Ganze? Der Analogfunk funktioniert doch noch gut. Dafür gibt es gute Gründe: erheblich höhere Reichweiten, bessere Sprachqualität, Abhörsicherheit durch Verschlüsselung, Kommunikation mit Polizei und Rettungsdienst, und vieles andere mehr.

Am vergangenen Wochenende haben also neben den Dozenten unserer Feuerwehr über 70 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Isernhagen neun Stunden im Unterricht verbracht, um in die neuen Verfahren und Funkgeräte eingewiesen zu werden. Fazit nach diesen lehrreichen, teilweise sogar recht unterhaltsamen Stunden: Wir kennen nun verschiedene Gerätentypen, die Zubehörteile und können sowohl im TMO- als auch im DMO-Modus funken (Netzmodus / Direktmodus).

Genau wie wir früher Kanalwechsel vorgenommen haben, ändern wir nun die Rufgruppe. Sollen schwierige Begriffe sicher übermittelt werden, muss nicht mehr buchstabiert werden, wir können eine SDS (Textnachricht wie SMS) an das entsprechende Gegengerät senden. Und ist eine Information nicht für alle Einsatzkräfte bestimmt, wählen wir bald statt des Gruppenrufs einen Einzelruf und erreichen so nur ein bestimmtes Funkgerät. Mit dem Notrufknopf kann man einen Notruf absetzen, der alle anderen Teilnehmer blockiert und ungestört mit der Leitstelle verbindet. Gleichzeitig werden noch die GPS-Standortdaten mitgesendet. Achso, Telefonieren ins normale Telefonnetz kann man natürlich auch noch. Eine vollständige Beschreibung findet sich hier.

Die neuen Geräte bieten also tatsächlich eine Menge neuer Funktionalitäten, die unsere teils über 30 Jahre alten Analogfunkgeräte nicht können. Leider sind sie nicht kompatibel, können also nicht analog funken. Unsere Fahrzeuge werden zunächst einige Zeit mit beiden Techniken bestückt bleiben, auch um eine Rückfallebene zu haben. Außerdem ist die neue Technik recht teuer im Vergleich zum Analogfunk, so daß wir zunächst nur ein Gerät fest im Fahrzeug für den Leitstellenfunk (und ein Handgerät für den Einheitsführer) bekommen, zur Verständigung im Team an der Einsatzstelle aber weiter für eine Weile die alten Analoggeräte nutzen.

Wir sind jetzt gespannt auf die ersten Praxiserfahrungen und werden die notwendige Übung in der Ortsfeuerwehr angehen. [AZ, PS]

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