17.03.2020 – Corona und kein Ende

Wie sieht es bei der Feuerwehr Kirchhorst aus?

Tag für Tag erreichen uns alle über Internet, Radio oder Fernsehen neue -schlechte- Nachrichten über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland, unseren Nachbarländern und weltweit. Immer stärker müssen wir im Alltag mit Einschränkungen zurecht kommen. Einige sind wirklich schmerzlich: wie sollen die Kinder betreut werden, wenn beide Eltern berufstätig sind und die Großeltern zur eigenen Sicherheit nicht in Anspruch genommen werden sollen?

Andere Einschränkungen sind Belege dafür, wie gut es uns geht, was für einen hohen Standard unser aller Leben hier in Deutschland normalerweise hat. Klopapier oder Nudeln ausverkauft? Trotzdem sind die anderen Regale voll. Die Üstra fährt nur noch im 15-Minuten Takt? Sitzt ja eh kaum einer drin. Ich glaube, wir sollten uns allen die Zeit geben, die Maßnahmen wirken zu lassen. Jetzt geht das Gemeinwohl vor privaten Interessen vor!

Aber wie sieht die Situation bei uns in der Feuerwehr aus? Rosten die Jungs und Mädels ein, wenn sie nicht mehr üben dürfen? Auch hier ist die Situation ein wenig surreal. Beim letzten Übungsdienst am 11.03. sprachen wir darüber, ob wir unser Osterfeuer noch durchziehen können. Wir waren uns einig, dass wir die Entwicklungen weiter beobachten müssen, eine einzelne Absage aber nicht sinnvoll ist, wenn andere Veranstaltungen durchgeführt werden. Natürlich sprachen wir auch über Corona, was jeder von uns gehört hatte und ob die Interschutz-Messe im Juni wohl betroffen sein könnte. Aber ansonsten war die Stimmung der Aktiven hervorragend und keiner ahnte, was morgen käme…

Am Donnerstag dann die Anordnung der Gemeinde und des Gemeindebrandmeisters, dass der Übungsbetrieb aller acht Isernhägener Ortsfeuerwehren eingestellt werden soll. Ebenso treffen sich seitdem die Kinder- und die Jugendfeuerwehren nicht mehr zu ihren Diensten. Damit wir Ehrenamtlichen unserer freiwillig übernommenen Verpflichtung in Isernhagen nachkommen können, müssen wir gesund bleiben. Das letzte, was wir jetzt brauchen, ist eine ganze Feuerwehr, die in Corona-Quarantäne muss. Daher war die Entscheidung, alle Dienste zunächst bis Ende April einzustellen, die richtige. Aktuell zieht der Gesetzgeber ja immer weiter nach und schließt öffentliche Einrichtungen. Also befinden wir uns wie alle anderen Isernhägener Feuerwehrleute seitdem im Übungs-Urlaub. Auch alle Lehrgänge auf Regions- oder auf Landesebene sind abgesagt, Dienstbesprechungen der Führungskräfte finden nicht mehr statt und alle Osterfeuer hat die Gemeinde auch ge-cancelt (siehe HAZ). Gestern wurde bekannt, dass auch die Interschutz um ein Jahr verschoben wird. Ich bin mal gespannt, was für ein Gefühl mich am nächsten Mittwoch um 19:30h beschleicht, wenn ich nicht bei der Feuerwehr sein darf…

Ansonsten aber, und das ist das wichtigste, geht es uns allen gut! Wir sind alle einsatzbereit! Sollte die Feuerwehr gebraucht werden, wird sie da sein!

Meinen Kameradinnen und Kameraden sowie allen Isernhägener Bürgern wünsche ich in diesen seltsamen Zeiten alles Gute, vor allem Gesundheit. Ich bin mir sicher, dass auch Corona etwas Gutes hervorbringt, wie zum Beispiel die Einkaufsgemeinschaften oder ein bisschen mehr Zeit für die Familie. Sobald wir uns wieder betätigen dürfen, informieren wir Euch hier. Vielleicht seid Ihr dann ja dabei. Verstärkung können wir immer gebrauchen. Nicht nur in schwierigen Zeiten. [AZ]