9.+16.01.2020 – Ü-Dienste mit Rekordbeteiligung

Es gibt, liebe Feuerwehr-Kiho-Interessierte, Übungsdienste im Leben eines Feuerwehrmanns, die stehen in der Beliebtheitsskala nicht unbedingt an erster Stelle. Die Belehrung zur Unfallverhütungsvorschrift (UVV) gehört dazu, oder auch die Übungseinheit zu den im Feuerwehrdienst benötigten Knoten und Stichen. Erstere, weil diese Belehrung vermeintlich noch der Mief uralter Frontalbeschallung mit Paragrafen und Vorschriften umweht und letztere, weil sie zumindest bei mir immer ein Gefühl des Unbehagens hervorruft. Es gibt so verdammt viele Knoten und richtig sicher beherrsche ich nur einige wenige.

An den letzten beiden Übungsabenden wurde mit diesen Vorurteilen konsequent aufgeräumt: Klaus vermittelte am 07.01. anhand realer Beispiele aus dem Übungs- und Einsatzgeschehen deutscher Feuerwehren gute Gründe dafür, im Alarmfall den Weg zum Feuerwehrhaus zwar zügig, aber kontrolliert und defensiv zu absolvieren. Egal ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß. Am Einsatzort darf sich nur das Personal im Gefahrenbereich aufhalten, das auch tatsächlich dort benötigt wird. Und welche Bedeutung die richtige Einsatzstellenhygiene für unsere eigene Gesundheit hat, wurde uns durch die gut gemachten Videoclips auch drastisch vor Augen geführt.

Nach den Clips vertiefte Klaus das soeben Gesehene mit dem Transfer auf unsere Feuerwehr. Wir haben seit der Hofpflasterung tolle Parkplätze erhalten und diese helfen uns im Einsatzfall, die Unfallgefahr zu mindern. Keiner muss auf dem Weg zum Umkleidecontainer nun den Hof und damit herausfahrende Einsatzfahrzeuge kreuzen. Über ein Hygieneboard verfügen unsere Fahrzeuge zwar nicht, aber Frischwasser, Handseife und Desinfektionsmittel haben auch wir dabei. Und dass verunreinigte Kleidung nach dem Einsatz nicht mehr in den Spind, sondern in den Plastiksack und danach in die Reinigung gehört, haben wir auch schon seit längerer Zeit realisiert. Aber reinigen wir auch kontaminiertes Gerät wie es getan werden sollte?  Als Fazit bleibt ein informativer Unterrichtsabend hängen, den Klaus so abwechslungsreich und lebhaft gestaltet hat, dass sagenhafte 21 Aktive im Mannschaftsraum saßen, um sich „belehren“ zu lassen. Also schon lange nichts mehr von „Mief“ und „gestern“!

Wie Klaus in der letzten Woche endete, begann Peter seinen gestrigen Übungsdienst zum Thema „Knoten und Stiche“: Vor vollem Haus! 20 Kameradinnen und Kameraden hatten sich für den Übungsabend angemeldet, ein echter Erfolg und der beste Beweis dafür, dass wir uns alle gute Vorsätze für das neue Jahr überlegt haben. Um diese Gruppe effektiv unterweisen zu können, holte Peter sich kompetente Hilfe: Während die Gruppenführer Mo und Sven mit den jüngeren Kameraden und den Maschinisten das Thema „Wasserentnahme aus offenem Gewässer“ zu einer Pumpenunterweisung nutzten, unterstützte Jörg bei den Knoten und Stichen.

Wie viele unterschiedliche Knoten gibt es überhaupt? Und zu welchem Zweck können sie eingesetzt werden? Verbindung von zwei Leinen, Schaffen eines Festpunkts, Sichern von Material oder einer Person beim Leiterabstieg, es gibt immer einen Knoten oder Stich, der perfekt geeignet ist. Anhand eines selbst gebauten Übungsboards mit unterschiedlichen Festpunkten und praktischen Übungen zur Personensicherung und zum Anschlagen von Feuerwehrmaterial verdeutlichten uns die beiden Ausbilder, wie Mastwurf, Ankerstich, Spierenstich, Achterbuchtknoten und Co bei Bedarf sinnvoll in einen Einsatz integriert werden können. Außerdem nehme ich aus dem Übungsdienst mit, dass auch der Feuerwehrhaltegurt zur Schaffung eines Festpunkts gut geeignet sein kann. Wir müssen uns halt immer zu helfen wissen. [AZ]