Feuerwehr Kirchhorst

12.06.2019 – Menschenrettung nach Verkehrsunfall

Lage: PKW mit zwei Insassen von der Straße abgekommen, zwischen zwei Bäumen verkeilt, ein weiterer Baum auf PKW-Dach, Insassen eingeschlossen
Alarmierte Kräfte: Feuerwehr Kirchhorst mit LF 8 und Hilfeleistungssatz, Rüstwagen (Awb) und Rettungsdienst befinden sich noch auf Anfahrt
Auftrag: Menschenrettung, Sicherung des Fahrzeugs, Herstellung des Brandschutzes

Die oben beschriebene Lage stellte sich Gruppenführer Sven und seinen Einsatzkräften, nachdem die Feuerwehr Kirchhorst die Einsatzstelle an der Straße „Grashöfe“ erreichte. Nachdem Maurice den Übungsdienst der letzten Woche zur theoretischen Einweisung in die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen genutzt hatte, ging es diese Woche in die praktische Übung. Auf die angenommene Situation können wir jederzeit treffen: wir werden als zuständige Ortsfeuerwehr zu einem Verkehrsunfall in Kirchhorst gerufen, und unterstützende Wehren bzw. der Rettungsdienst sind noch nicht vor Ort.

Nach der Ersterkundung gab Sven seinen Trupps die Einsatzbefehle. Der Angriffstrupp und der Melder gingen zur Menschenrettung und Verletztenbetreuung vor, der Schlauchtrupp baute den Ablageplatz für die TH-Gerätschaften auf, und der Wassertrupp kümmerte sich um die Wasserversorgung und den Brandschutz an der Einsatzstelle. Maschinist Klaus gab der Leitstelle eine erste Lagemeldung und forderte weitere Kräfte zur Unterstützung nach.

Bevor der Angriffstrupp aus Eddie und Peter mit der Öffnung des Fahrzeugs und der Menschenrettung starten konnte, musste der auf dem Dach liegende Baum gesichert werden. Ansonsten bestünde zusätzliche Gefahr für die Kameraden und die Insassen. Die Fixierung gelang ihnen mit Spanngurten und Rope Ratchets. Danach hatte der Schlauchtrupp mit Denise und Flo auch schon den Ablageplatz aufgebaut und der Wassertrupp (Arne und Olli) für eine Schlauchleitung zum nächstliegenden Hydranten gesorgt. Diese beiden Trupps wurden anschließend zur Unterstützung der Menschenrettung herangezogen. Der Angriffstrupp öffnete zunächst die Heckklappe. Durch diese arbeitete sich Melder Stefan als „innerer Retter“ bis zu den Verletzten vor. Er nahm eine Erstversorgung vor und unterstützte, als von außen die Rettungsöffnung mit Schere und Spreizer geschaffen wurde.

Übrigens, Stefan ist als Quereinsteiger durch die Löschkübelaktion im letzten Herbst zu uns gestoßen. Seinen Truppmann-Lehrgang schloss er gerade im April 2019 erfolgreich ab. Trotzdem, oder gerade deshalb, wird er bei unseren Übungsdiensten genauso gefordert wie vermeintlich „alte Hasen“. Unser Angriffstruppmann Eddie hat lediglich ein paar Dienstmonate mehr auf dem Buckel. In unsere Truppe bringen sie aber wie alle anderen Feuerwehrleute Kenntnisse und Erfahrungen ein, die für uns unbezahlbar sind.

Aber zurück zum Einsatz: Um die eingeklemmten Personen möglichst schonend zu retten, befahl Sven die Schaffung einer großen Seitenöffnung, also das Herauslösen von Beifahrertür und B-Säule aus dem Unfallfahrzeug. Nachdem diese vom Angriffstrupp geschaffen wurde, konnten beide Dummys mit dem Spineboard aus dem Auto gerettet und an den inzwischen eingetroffenen Notarzt übergeben werden. Damit kam die Einsatzübung zu einem erfolgreichen Ende.

In seiner Manöverkritik lobte Organisator Maurice, dass gerade die Zeiten bis zur Herstellung des Ablageplatzes sowie bis zur erfolgten Menschenrettung erfreulich kurz waren. Allerdings sollten bei einem TH-Einsatz alle Kameraden daran denken, die vorhandenen Schutzbrillen auch zu benutzen, weil das Visier nicht ausreichend schützt.

Um das vorhandene Fahrzeug noch bis zum letzten Rest zur Übung zu nutzen, sollten dann alle Kameraden, die es noch nicht probiert hatten, den Umgang mit Schere und Spreizer am verbliebenen Blech austesten. Am Schluss war das Auto nur noch ein Haufen Elend.

Beobachtet wurde die Übung durch die beiden Jugendfeuerwehrmitglieder Fabian und Leon, die beide bald in die Einsatzabteilung aufrücken wollen. Das ist die richtige Entscheidung, prima!!! Außerdem bedanken wir uns bei der Familie Possienke, die uns das Übungsauto zur Verfügung gestellt hat und bei Familie Schumann, auf deren Grundstück wir üben durften. [AZ]

PS: Danke an Thorsten für die schönen Fotos!

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