09.06.2021 – Einsatzübung in Abbruchhaus

Am Ende musste alles schnell gehen: Am Dienstagnachmittag bekamen wir in Stelle ein altes Einfamilienhaus, das demnächst abgerissen werden soll, zur Verfügung gestellt. Unser herzlicher Dank geht an die Eigentümer und die vermittelnde Nachbarin! So ein altes Haus ist für uns natürlich unbezahlbar, da wir darin Standardvorgehensweisen üben können, ohne ständig aufpassen zu müssen, dass etwas beschädigt wird. Am Abend trafen sich die Gruppenführer am Objekt, um sich ein Szenario für den Mittwochsdienst zu überlegen. Am Mittwoch erfolgte dann die Anmeldung der Übung bei der Polizei und der Einsatzleitstelle, damit die Kameraden dort bei eventuellen Anrufen aus der Nachbarschaft (Verwendung von Disconebel) informiert sind und keinen echten Alarm auslösen.

Nach dem obligatorischen Schnelltest wurden dann am Mittwochabend die Funktionen auf Löschgruppenfahrzeug und Tanklöschfahrzeug eingeteilt. Ich genoss als Einsatzleiter den Luxus, mit Peter als Fahrer und Jörg als Beobachter mit dem MTF vorfahren und die Lage erkunden zu dürfen, um die nachfolgenden Gruppenführer Sven und Maurice mit ihren Einsatzkräften einweisen zu können. Diese Minuten, die ich am Objekt hatte, waren auch bitter nötig! Klaus empfing mich als „Besitzer“ am Gartenzaun und machte mich mit der Lage vertraut: Kellerbrand, eine nach eigenem Löschversuch vermisste Person im Keller und eine weitere Person, die sich an einem Fenster im OG bemerkbar machte. Dazu ein unübersichtliches Grundstück und ein schmaler Privatweg, der von der öffentlichen Straße zum Objekt führte. Wenigstens war der Hydrant schnell gefunden.

Zu Beginn eines Einsatzes herrscht immer Konfusion und Mangelverwaltung. Es gibt zu viele zu bewältigende Aufgaben und zu wenige Kräfte, um sie abzuarbeiten. Die ersten Befehle an die meldenden Gruppenführer waren daher, dass ein Trupp unter Atemschutz zur Menschenrettung in das erste OG vorgehen und sich ein weiterer Angriffstrupp zur Erkundung, Menschenrettung und Brandbekämpfung im Keller bereit machen sollte. Bei einem echten Einsatz mit zwei Vermissten und einem Kellerbrand wären natürlich gleich mehrere Feuerwehren alarmiert worden und es hätte mehr Personal zur Verfügung gestanden. Wir mussten aber mit dem auskommen, was vor Ort war. Die Gruppenführer kümmerten sich um ihre Atemschutztrupps und ließen die verbleibenden Kräfte eine Wasserversorgung über das Löschgruppenfahrzeug aufbauen.

Die erste Menschenrettung konnten Jörn und Eddie ziemlich zügig abschließen. Danach ging es auch für diesen Trupp in das Kellergeschoss, in das auch Lars und Oliver bei Nullsicht durch die Kellertür eingedrungen waren. Beiden Trupps stand jetzt eine schweißtreibende und höchst anstrengende Aufgabe bevor: In einem unbekannten Keller mit verwinkelten und engen Räumen, bei absolut keiner Sicht, bepackt mit Atemschutzgerät, Rettungsutensilien, Brechwerkzeug und auch noch dem schweren Schlauch, der mitgeführt werden musste, machten sie sich auf die Suche na

Unter diesen erschwerten Bedingungen dauerte es auch einige Zeit, bis die vermisste Puppe gefunden und aus dem Keller herausgebracht werden konnte. Denn auch der Rückweg war nicht leicht zu finden. Trotz Einsatz des Hochdrucklüfters versperrte der Nebel immer noch die Sicht, sodass sich die Männer rückwärts nur an der Schlauchleitung orientieren konnten. Aber sie fanden ihren Rückweg und konnten auch diese Person an den Rettungsdienst übergeben. Im Realfall wären deutlich mehr Feuerwehrleute notwendig gewesen, um die schnelle Personenrettung und die Brandbekämpfung in diesem Keller durchzuführen.

In den nächsten Wochen werden wir unsere praktische Ausbildung an diesem Objekt weiterführen. Wir freuen uns schon drauf!